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Herbst 2013 in Ingersheim

gruppenbild_2013Liebe Freunde, Förderer und Kunden! – Und wer macht jetzt den Kompost? Diese Frage wird mir jetzt oft gestellt, seit mein Vater Gothart nicht mehr unter uns ist. Ja, vieles müssen wir neu greifen, uns zu eigen machen. Nein, Gothart hat nicht in den Alltag eingegriffen, er hat uns diesen überlassen, wie es sich gehört . Er hat sich den „unwichtigen“ Dingen zugewandt, der Anlagenpflege, den Präparatepflanzen, den Pferden und eben besonders dem Kompost . Wir, das ist zur Zeit ein hochqualifiziertes Team bestehend aus: 5 Meistern, 6 Gesellen, 5 Auszubildenden, unserem japanischen Jahrespraktikanten und wechselnden Helfern. Die alltäglichen Arbeiten wollen termingerecht und fachlich auf hohem Niveau erledigt werden, in den verschiedensten Arbeitsbereichen wie Freiland, Samenbau, Kompost, Stall, Glas- und Folientunnel, Verkauf und der Hauswirtschaft . Und trotz der „Alltäglichkeiten“ gelingt es uns, Zeit zu nehmen für das „Besondere“ Die Saatgutzüchtung, die überbetrieblichen Semi- nare für Auszubildende aus dem Großraum Stutt- gart, Führungen für Interessierte, die Herstellung der bio-dyn . Präparate mit den Hausgärtnern, die Getreideaussaaten im Rahmen Zukunft Säen und mit der driten Klasse der Waldorfschule Ludwigsburg . . . und vieles mehr . Und das Wetter? . . . hat es uns dieses Jahr nicht leicht gemacht, aber wir sind sehr dankbar, dass es uns vor schweren Unwettern mit Hagel oder vor großen Überschwemmungen verschont hat! Wir blicken zufrieden zurück! In Dankbarkeit für die Erde, den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiterschaft und natürlich der Kunden, die sich über unsere Produkte freuen und durch ihren Einkauf unsere Existenz in die Zukunft ermöglichen . Ihnen wünsche ich eine besinnliche Winter- und Festeszeit > Jahresbrief 2013 / Georg Willmann

Erfahrungen mit Hackschnitzelheizung und Solarthermie in Ingersheim

Seit 2 Jahren ist das neue Gewächshaus mit neuer Hackschnitzelheizung in Betrieb Im September letzten Jahres wurde die Solarthermie-Anlage mit 80 m2 Kollektorfläche in Betrieb genommen. Die Anlage wird vom Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik der Universität Stuttgart betreut Zeit also für einen 1 Eindruck Grundlage für die Planung war die Anbauplanung Daraus wurde von Annette Braun vom Landwirtschaftsamt für das neue und das alte Gewächshaus ein Gesam- tenergiebedarf von 56 000 ltr Öl errechnet Die Solaranlage sollte eine Ersparnis von 4500 ltr Öl bringen Wie verliefen nun die ersten 2 Jahre: geheizt wurde mit Hackschnitzel, Öl bei Zusatzbedarf und im 2. Jahr mit der Sonne. Die Wärme fließt in die Gewächshäuser und in einen 60m3 großen Wasserspeicher

Verbraucht wurden von Nov 2010 bis Nov 2011 886 m3 Hackschnitzel und 4708 ltr Öl Dies entspricht einer äquivalenten Heizleistung von 89.000 ltr. Öl statt der geplanten 56 000. Von Nov 2011 bis Nov 2012 wurden verbraucht 1007 m3 Hackschnitzel und 6701 ltr Öl Dies entspricht einer Heizleistung von ca 1 Mio kWh oder 106 567 ltr Öl Schauen wir uns die Kosten an, so sieht das Ergebnis bisher trotz des fast doppelten Verbrauchs positiv aus. Heute kostet 1 ltr. Öl 90ct. oder 9ct./kWh. Die Hackschnitzel kosteten in der 1 Heizperiode 2,7 ct/kWh, und in der 2 Heizperiode 2,1 ct/kWh Der Grund für die Differenz waren eingesparte Transportkosten, im 1 Jahr kamen sie aus dem Schwäbischen Wald, das 2 Jahr aus der Umgebung Die Gesamtheizkosten betrugen somit im 2 Jahr nur die Hälfte gegenüber einer Ölheizung, trotz fast doppelter Heizleistung.

Die von der Gärtnerei Willmann installierte solar- thermische Anlage wird vom Institut für Thermo- dynamik und Wärmetechnik im Betriebszeitraum messtechnisch betreut Die für diese Untersuchung notwendigen Messgeräte konnten dankenswerter- weise durch eine Finanzierung der Mahle Stiftung angeschafft werden Die GLS Zukunft hat die Anlage ebenfalls über unseren Verein unterstützt, da das Ergebnis für alle Gärtnereien interessant ist, und wir konnten Fördergelder der KfW in Anspruch nehmen

Die Ergebnisse des Monitoring der ersten 11 Betriebsmonate sind sehr zufriedenstellend Die Leistung und das Betriebsverhalten der Anlage ent- spricht sehr gut den Erwartungen Der gemessene Nutzwärmeertrag pro Quadratmeter Kollektorflä- che beträgt deutlich über 500 kWh Dies ist ein sehr guter Wert, insbesondere wenndiemitca 150Metersehr lange Kollektorkreisverrohrung und die daraus resultierenden Wärmeverluste berücksichtigt werden, ist die Kollektorleistung beeindruckend hoch Dement- sprechend sind die Wärme- gestehungskosten mit 6 bis 8 Eurocent pro kWh Wärme sehr niedrig und basieren rein auf Fi- nanzierungskosten DieKosten für fossil erzeugte Wärme sind im Vergleich dazu eher höher

Wir glauben, Investitionen in Solarthermie lohnen sich speziell in der Hinsicht, dass die Sonne uns diese Wärme auf absehbare Zeit (fast) kostenlos liefert.

Die blaue Kurve zeigt die Sonneneinstrahlung, die nicht 100%ig umgesetzt werden kann. Die gelbe Kurve zeigt die in den Heizungskreislauf eingespeiste Wärme. Die effektiv genutzte Wärme liegt dazwischen, da der „Wärmeverlust“ der Rohre zwischen Kollektor und Einspeisepunkt für das Gewächshaus kein Verlust ist.

Die blaue Kurve zeigt die Sonneneinstrahlung, die nicht 100%ig umgesetzt werden kann. Die gelbe Kurve zeigt die in den Heizungskreislauf eingespeiste Wärme. Die effektiv genutzte Wärme liegt dazwischen, da der „Wärmeverlust“ der Rohre zwischen Kollektor und Einspeisepunkt für das Gewächshaus kein Verlust ist.