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Interview mit Geschäftsführer Gottfried Willmann und der Marketing Verantwortlichen Marlin Krieger vom Handelskontor Willmann

Rudolf Mehl: Frau Krieger, Herr Willmann, bei unserem letzten Treffen haben sie Vieles über die Veränderungen des Marktes für Naturkost berichtet Einen Satz habe ich in Erinnerung: Wegen zunehmender Veränderungen in der Einzelhandelslandschaft soll die Einzelhandelsentwicklung und der Kontakt bis zum Endverbraucher mehr in den Blick genommen werden. Die Erzeuger sind die Gärtnereien, die vom Verein Grund und Boden gepachtet haben Wir vom Verein sind natürlich daran interessiert, dass es den Gärtnereien gut geht Müssen die Gärtner nach anderen Vertriebswegen wegen Umsatzrückgang des Handelskontor suchen, wie bekommen sie ihre Waren los, wieweit können Endverbraucher einbezogen werden? Gibt es überhaupt genügend Bedarf an Demeter-Produkten?

Gottfried Willmann: Ich bin sicher, dass wir genügend Bedarf haben Die Branche ist in den letzten Jahren um ein Vielfaches gewachsen Aber nicht für alle Erzeuger ist der Markt weiter gewachsen Wir haben zwei große Anforderungen: Wie behält man den Anschluss, auch in der Erzeugung, und wie schaffen wir neue Verbindungen? Nicht nur in den USA gibt es immer stärkere Bewegungen, dass Verbraucher sich aktiv an der Beauftragung der Erzeugung ihrer Produkte beteiligen Dafür die sinnvolle Zukunftsform zu finden, ist die eine Anforderung Die Verbindung zu bestimmten Betrieben muss entstehen und am Leben bleiben Das kann auch in der Form von neuen Verkaufsstellen stattfinden. Dazu müssen sich die Verkaufsstätten entsprechend entwickeln, und dafür die sinnvolle Zukunftsform finden ist die zweite Anforderung. Eine Verbindung zu bestimmten Betrieben muss entstehen und am Leben bleiben Was macht es aus, dass eine Kundin, ein Kunde sich mit so einer Verkaufsstätte verbindet, dort gerne einkauft, die Verbindung sich weiter entwickelt so, dass wir einen Preis realisieren, der nach Abzug der Kosten eines effizienten Handelsweges – beim Erzeuger ausreicht, das nächste Produkt wieder zu erzeugen.

RM: Alnatura und denn‘s haben inzwischen ihre eigenen Erzeugerketten, sind also ein ziemlich geschlossenesSystem Wäre es für unsere beiden Gärtnereien so ohne weiteres möglich, da rein zu kommen?

Wem gehört der Boden?

Rudi Mehl und ich besuchten das Seminar, das Demeter BW in Bad Boll veranstaltet hat. Die etwa 50 Teilnehmer kamen zum Großteil aus dem Demeter-Bereich, obwohl breiter eingeladen wurde (z.B. ökologische Betriebe). Landkauf heißt Verantwortung übernehmen für NUTZUNG. Boden kann nicht produziert werden, ist keine Ware, er ist nur durch die Bewirtschaftung etwas wert. Investoren kaufen heute weltweit Land aus Misstrauen ins Finanzsystem, davon ca. 2 Mio. ha hauptsächlich zur weltweiten Energieerzeugung. In Deutschland werden pro Jahr 0,7% der Fläche verkauft, in BW nur 0,23% = 4300 ha. Der größte Teil wird angeboten von Landwirten oder Eigentümern der ersten und zweiten Generation.

Evangelische Akademie in Bad Boll

Evangelische Akademie in Bad Boll

Die Umwandlung in Siedlungsfläche beträgt immer noch 4000 ha allein in BW. Es wird erwartet, dass die Nutzfläche pro Kopf, die in 1950 51 ar war, auf 18 ar in 2050 sinken wird. Der Bedarf pro Kopf der Bevölkerung liegt bei 20 ar. Boden war früher ein Kulturgut, jetzt ist es Produktionsgut geworden. > Artikel weiterlesen