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Neustart in Demeter-Gärtnerei mit über 60-jähriger Tradition

IMG_9338Die Gärtnerei Willmann in Vaihingen-Enz/Kleinglattbach, seit 1952 biologisch-dynamisch bewirtschaftet, sucht ab sofort einen neuen Pächter.

Die Gärtnerei verfügt über 7 ha Freilandfläche, die zu einem großen Teil bewässert werden kann. Für den geschützten Anbau stehen verschiedene Glas- und Folienhäuser (insgesamt 7000m2) zur Verfügung. Die Glashäuser können teilweise beheizt werden. Der Stall beherbergt zurzeit eine kleine Mutterkuhherde sowie einige Mastschweine, die seit Jahren zur nachhaltigen Bodenfruchtbarkeit beitragen. Ein umfangreicher und vielfältiger Maschinenpark ist vorhanden, sollte jedoch modernisiert werden.

Das Wohnhaus wird zurzeit energetisch saniert (Fenster, Heizung, Dach). Im Inneren stehen verschiedene Renovierungsarbeiten an. Die Vermarktung erfolgt bisher über den regionalen Bio-Großhandel, Direktvermarktung an Einzelhändler, sowie über ein ausbaufähiges Abosystem.

Die Gärtnerei befindet sich, wie die Gärtnerei Willmann in Ingersheim, im Eigentum eines gemeinnützigen Trägers, der die Gärtnereien langfristig zur biologisch-dynamischen Bewirtschaftung verpachtet und die Betreiber nach Kräften unterstützt.

Weitere Informationen zum Betrieb sowie Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme finden Sie unter www.willmann-aboteam.de
Der gemeinnützige Eigentümer der Gärtnerei ist unter www.freiesland.de zu finden.

Wir freuen uns auf Sie.

Herbst 2013 in Ingersheim

gruppenbild_2013Liebe Freunde, Förderer und Kunden! – Und wer macht jetzt den Kompost? Diese Frage wird mir jetzt oft gestellt, seit mein Vater Gothart nicht mehr unter uns ist. Ja, vieles müssen wir neu greifen, uns zu eigen machen. Nein, Gothart hat nicht in den Alltag eingegriffen, er hat uns diesen überlassen, wie es sich gehört . Er hat sich den „unwichtigen“ Dingen zugewandt, der Anlagenpflege, den Präparatepflanzen, den Pferden und eben besonders dem Kompost . Wir, das ist zur Zeit ein hochqualifiziertes Team bestehend aus: 5 Meistern, 6 Gesellen, 5 Auszubildenden, unserem japanischen Jahrespraktikanten und wechselnden Helfern. Die alltäglichen Arbeiten wollen termingerecht und fachlich auf hohem Niveau erledigt werden, in den verschiedensten Arbeitsbereichen wie Freiland, Samenbau, Kompost, Stall, Glas- und Folientunnel, Verkauf und der Hauswirtschaft . Und trotz der „Alltäglichkeiten“ gelingt es uns, Zeit zu nehmen für das „Besondere“ Die Saatgutzüchtung, die überbetrieblichen Semi- nare für Auszubildende aus dem Großraum Stutt- gart, Führungen für Interessierte, die Herstellung der bio-dyn . Präparate mit den Hausgärtnern, die Getreideaussaaten im Rahmen Zukunft Säen und mit der driten Klasse der Waldorfschule Ludwigsburg . . . und vieles mehr . Und das Wetter? . . . hat es uns dieses Jahr nicht leicht gemacht, aber wir sind sehr dankbar, dass es uns vor schweren Unwettern mit Hagel oder vor großen Überschwemmungen verschont hat! Wir blicken zufrieden zurück! In Dankbarkeit für die Erde, den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiterschaft und natürlich der Kunden, die sich über unsere Produkte freuen und durch ihren Einkauf unsere Existenz in die Zukunft ermöglichen . Ihnen wünsche ich eine besinnliche Winter- und Festeszeit > Jahresbrief 2013 / Georg Willmann

En onsr Heisle schifft`s nai!!

Vaihingen-SüdDas Gärtnerhaus in Vaihingen wird ja schon seit vielen (ja, wie vielen denn tatsächlich?) Jahren intensiv von Gärtnern und deren Familien genutzt . Und wir wissen ja, dass Gärtner sehr gute Pfleger sind, nur halt Pfleger von Pflanzen und nicht vorrangig von Wohnhäusern . Deshalb – und nicht etwa aus Geldmangel, nein- nein!! – hat unser Häusle in den letzten (vielen) Jahren zwar mal äußerlich neue Farbe und letztes Jahr auch z .T . neue Fenster erhalten, ist aber ins- gesamt etwas auf den (Gärtner-)Hund gekommen .

Dies erkennt man unter anderem auch daran, dass Katharina und ich bei starkem Regen lieber ins Freie gehen, als in der Wohnung zu bleiben; an der frischen Luft werden wir nämlich nicht ganz so nass wie in unserer Wohnung . Und wir wohnen im ersten Stockwerk, da liegen noch zwei darüber. Also kurz gesagt, wir sind halt nicht ganz dicht . > Artikel weiterlesen

Zukunft Säen in der Gärtnerei Willmann in Ingersheim 2013

ZukunftsäenSamstagnachmittag, bei Sonnenschein und kühlem Wind, sah man schon von weiten eine Menschenmenge von ca. 20 Personen, jung bis alt, an einem leeren Acker stehen.

Der Acker sowie die Menschen warteten schon auf die Aussaat des Grannenweizens bei der Aktion Zukunft Säen, die jedes Jahr in ganz Deutschland auf einigen Demeter-Höfen und -Gärtnereien veranstaltet wird und auf den Anbau von samenfesten zukunftweisenden Sorten aufmerksam macht. Denn die Zukunft liegt in dem Anbau von qualitativem, nahrhaft hochwertigem Gemüse. Und nicht in der Hybrid- und Gentechzüchtung von Gemüse, wie es die üblichen Verdächtigen praktizieren. Zu Beginn wurde einiges über den Weizen erzählt, sowie demonstriert, wie der Weizen auszusäen ist: in schönen gleichmäßigen Bögen.

Als nun jeder mit seiner Tüte voll Weizen auf dem Acker positioniert war, säten alle gemeinsam den Weizen aus. Die Kleinste erfreute sich sehr an dem Spektakel, wobei die Älteren sehr ruhig, fast schon meditativ, den Weizen auf die Erde brachten. Nach der Aussaat gab es sogar eine kleine Verköstigung mit Brötchen, die aus dem Weizen des Vorjahres gebacken waren. Man redete, aß Brötchen und genoss die Aussicht auf die vollendete Aussaat und die restlichen Gemüsebeete der Gärtnerei Willmann.

Fragen wurden begierig gestellt, diskutiert und beantwortet. Alles in allem konnte jeder auf eine lehrreiche und freudige Aktion Zukunft Säen zurückschauen. > Jahresbrief 2013 / Karin Wittmann

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Chinakohlprojekt in der Gärtnerei in Ingersheim

DSCN2040Im vergangenen Winter entstand der Wunsch, an einem lagerfähigen Chinakohl zu arbeiten. Das Hauptproblem bei der Chinakohlselektion ist, dass die selektierten.

Pflanzen immer über den Winter wegfaulen. Anders als bei Möhren oder Pastinaken, wo man im Frühjahr die Wurzeln wieder im Boden einpflanzt und sie einfach weiter wachsen, ist das Gewebe der Chinakohlpflanzen nicht so stabil. Daher kam die Idee, nur den Hauptvegetationspunkt der Pflanze zur Wurzelbildung zu animieren. Ich ließ möglichst wenig Gewebe vom Strunk oder Blätter dran, damit möglichst wenig Fäulnisgefahr bestand. Die Stecklinge wurden in feuchte Anzuchterde gesteckt und mit einen Plastiktüte zugedeckt. Fast alle Stecklinge haben Wurzeln gebildet, wurden umgetopft und fingen sehr früh an zu blühen. Am 21. Juni wurde Saatgut geerntet. Dieses Saatgut wurde am 9. Juli wieder ausgesät und 2 Wochen später wurde gepflanzt. Am 7. Oktober wurden in dem Bestand 140 Pflanzen selektiert und ohne Wurzeln eingelagert. Sie werden einen Lagertest bestehen müssen. Die guten Köpfe werden anschließend weiter kultiviert mittels der oben beschriebenen Technik.

Nebenbei werden wir verschiedene andere Sorten versuchen vegetativ zu erhalten bzw. zu vermeh- ren, weil es vielleicht auch Sortenunterschiede gibt. > Jahresbrief 2013 / Michael Groen

Wir füllten Mist in Kuhhörner

Artikel-3-1-246x300Das theoretische Wissen wurde uns von Philippe Frintz anhand von Tafelaufschrieben „à la Rudolf Steiner“ vermittelt Er brachte uns näher, wie man zu einem besseren Verständnis der Päparate durch Beobachtungen im Alltag gelangt Undverdeutlichte uns anhand von eindrücklichen Fotografien die Form des Lebendigen, z B die Entstehung der Mäander eines Flusslaufes Diese Spiralform nimmt auch das Wasser beim Rühren der Präparate an.
Gestärkt durch ein leckeres Mittagessen und einem Rundgang durch die Gärtnerei Willmann gingen wir über zum praktischen Teil, der Präparaterstellung Dazu stieß nun die Gruppe der Hausgärtner, welche uns tatkräftig und ohne Berührungsängste unterstützte Wir füllten Mist und gemahlenen Kiesel in Kuhhörner, Schafgarbe in eine Blase, Kamille in Därme und Löwenzahnin ein Rindergekröse. Dann vergruben wir alles an den zuvor ausgewählten Plätzen auf dem Gelände der Gärtnerei.
Wir fanden nun noch zusammen, um das Erlebte zu reflektieren und den Tag an einem Feuer ausklingen zu lassen. Nach Hause gingen wir mit der Anregung, die Augen offen zu halten für die größeren Zusammenhänge unserer alltäglichen Arbeit.  > Jahresbrief 2012 / C.G
Schafgarbe in Hirschblase

Schafgarbe in Hirschblase

Löwenzahn im Gekröse

Löwenzahn im Gekröse

Kamille in Därmen

Kamille in Därmen

Interview mit Geschäftsführer Gottfried Willmann und der Marketing Verantwortlichen Marlin Krieger vom Handelskontor Willmann

Rudolf Mehl: Frau Krieger, Herr Willmann, bei unserem letzten Treffen haben sie Vieles über die Veränderungen des Marktes für Naturkost berichtet Einen Satz habe ich in Erinnerung: Wegen zunehmender Veränderungen in der Einzelhandelslandschaft soll die Einzelhandelsentwicklung und der Kontakt bis zum Endverbraucher mehr in den Blick genommen werden. Die Erzeuger sind die Gärtnereien, die vom Verein Grund und Boden gepachtet haben Wir vom Verein sind natürlich daran interessiert, dass es den Gärtnereien gut geht Müssen die Gärtner nach anderen Vertriebswegen wegen Umsatzrückgang des Handelskontor suchen, wie bekommen sie ihre Waren los, wieweit können Endverbraucher einbezogen werden? Gibt es überhaupt genügend Bedarf an Demeter-Produkten?

Gottfried Willmann: Ich bin sicher, dass wir genügend Bedarf haben Die Branche ist in den letzten Jahren um ein Vielfaches gewachsen Aber nicht für alle Erzeuger ist der Markt weiter gewachsen Wir haben zwei große Anforderungen: Wie behält man den Anschluss, auch in der Erzeugung, und wie schaffen wir neue Verbindungen? Nicht nur in den USA gibt es immer stärkere Bewegungen, dass Verbraucher sich aktiv an der Beauftragung der Erzeugung ihrer Produkte beteiligen Dafür die sinnvolle Zukunftsform zu finden, ist die eine Anforderung Die Verbindung zu bestimmten Betrieben muss entstehen und am Leben bleiben Das kann auch in der Form von neuen Verkaufsstellen stattfinden. Dazu müssen sich die Verkaufsstätten entsprechend entwickeln, und dafür die sinnvolle Zukunftsform finden ist die zweite Anforderung. Eine Verbindung zu bestimmten Betrieben muss entstehen und am Leben bleiben Was macht es aus, dass eine Kundin, ein Kunde sich mit so einer Verkaufsstätte verbindet, dort gerne einkauft, die Verbindung sich weiter entwickelt so, dass wir einen Preis realisieren, der nach Abzug der Kosten eines effizienten Handelsweges – beim Erzeuger ausreicht, das nächste Produkt wieder zu erzeugen.

RM: Alnatura und denn‘s haben inzwischen ihre eigenen Erzeugerketten, sind also ein ziemlich geschlossenesSystem Wäre es für unsere beiden Gärtnereien so ohne weiteres möglich, da rein zu kommen?

Blumenkohlzüchtung in der Gärtnerei Willmann

BlumenkohlSeit 2008 arbeite ich an der Verbesserung und Weiterentwicklung einer Blumenkohlsorte mit der Methode der Einzelpflanzen-nachkommenschaftsprüfung Geachtet wird vor allem auf die Merkmale: Deckung der Blume durch Herzblätter, Rotfärbung und Griesigkeit In diesem Jahr – der 3 Generation – werden die verschiedenen Linien ausführlich geprüft Nach Auswertung aller Daten und Eindrücke in diesem Herbst wird sich zeigen, ob sich die Ausgangssorte ausreichend verbessert hat, um dann in den Probeanbau in andere Gärtnereien gegeben zu werden Bei positiver Bewertung durch die Kollegen folgt die Anmeldung beim Bundessortenamt als neue Sorte Sollte sich die Methode der Einzelpflanzennach- kommenschaftsprüfung bewähren, werde ich sie auch bei anderen Blumenkohlsorten anwenden. Die Arbeit an diesem Projekt wird vom Verein Kultursaat begleitet Finanziert wird die Züchtung mit freien Spenden, die wir zweckgebunden an den Verein Kultursaat weiterleiten.   > Jahresbrief 2012 / M.G

Erfahrungen mit Hackschnitzelheizung und Solarthermie in Ingersheim

Seit 2 Jahren ist das neue Gewächshaus mit neuer Hackschnitzelheizung in Betrieb Im September letzten Jahres wurde die Solarthermie-Anlage mit 80 m2 Kollektorfläche in Betrieb genommen. Die Anlage wird vom Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik der Universität Stuttgart betreut Zeit also für einen 1 Eindruck Grundlage für die Planung war die Anbauplanung Daraus wurde von Annette Braun vom Landwirtschaftsamt für das neue und das alte Gewächshaus ein Gesam- tenergiebedarf von 56 000 ltr Öl errechnet Die Solaranlage sollte eine Ersparnis von 4500 ltr Öl bringen Wie verliefen nun die ersten 2 Jahre: geheizt wurde mit Hackschnitzel, Öl bei Zusatzbedarf und im 2. Jahr mit der Sonne. Die Wärme fließt in die Gewächshäuser und in einen 60m3 großen Wasserspeicher

Verbraucht wurden von Nov 2010 bis Nov 2011 886 m3 Hackschnitzel und 4708 ltr Öl Dies entspricht einer äquivalenten Heizleistung von 89.000 ltr. Öl statt der geplanten 56 000. Von Nov 2011 bis Nov 2012 wurden verbraucht 1007 m3 Hackschnitzel und 6701 ltr Öl Dies entspricht einer Heizleistung von ca 1 Mio kWh oder 106 567 ltr Öl Schauen wir uns die Kosten an, so sieht das Ergebnis bisher trotz des fast doppelten Verbrauchs positiv aus. Heute kostet 1 ltr. Öl 90ct. oder 9ct./kWh. Die Hackschnitzel kosteten in der 1 Heizperiode 2,7 ct/kWh, und in der 2 Heizperiode 2,1 ct/kWh Der Grund für die Differenz waren eingesparte Transportkosten, im 1 Jahr kamen sie aus dem Schwäbischen Wald, das 2 Jahr aus der Umgebung Die Gesamtheizkosten betrugen somit im 2 Jahr nur die Hälfte gegenüber einer Ölheizung, trotz fast doppelter Heizleistung.

Die von der Gärtnerei Willmann installierte solar- thermische Anlage wird vom Institut für Thermo- dynamik und Wärmetechnik im Betriebszeitraum messtechnisch betreut Die für diese Untersuchung notwendigen Messgeräte konnten dankenswerter- weise durch eine Finanzierung der Mahle Stiftung angeschafft werden Die GLS Zukunft hat die Anlage ebenfalls über unseren Verein unterstützt, da das Ergebnis für alle Gärtnereien interessant ist, und wir konnten Fördergelder der KfW in Anspruch nehmen

Die Ergebnisse des Monitoring der ersten 11 Betriebsmonate sind sehr zufriedenstellend Die Leistung und das Betriebsverhalten der Anlage ent- spricht sehr gut den Erwartungen Der gemessene Nutzwärmeertrag pro Quadratmeter Kollektorflä- che beträgt deutlich über 500 kWh Dies ist ein sehr guter Wert, insbesondere wenndiemitca 150Metersehr lange Kollektorkreisverrohrung und die daraus resultierenden Wärmeverluste berücksichtigt werden, ist die Kollektorleistung beeindruckend hoch Dement- sprechend sind die Wärme- gestehungskosten mit 6 bis 8 Eurocent pro kWh Wärme sehr niedrig und basieren rein auf Fi- nanzierungskosten DieKosten für fossil erzeugte Wärme sind im Vergleich dazu eher höher

Wir glauben, Investitionen in Solarthermie lohnen sich speziell in der Hinsicht, dass die Sonne uns diese Wärme auf absehbare Zeit (fast) kostenlos liefert.

Die blaue Kurve zeigt die Sonneneinstrahlung, die nicht 100%ig umgesetzt werden kann. Die gelbe Kurve zeigt die in den Heizungskreislauf eingespeiste Wärme. Die effektiv genutzte Wärme liegt dazwischen, da der „Wärmeverlust“ der Rohre zwischen Kollektor und Einspeisepunkt für das Gewächshaus kein Verlust ist.

Die blaue Kurve zeigt die Sonneneinstrahlung, die nicht 100%ig umgesetzt werden kann. Die gelbe Kurve zeigt die in den Heizungskreislauf eingespeiste Wärme. Die effektiv genutzte Wärme liegt dazwischen, da der „Wärmeverlust“ der Rohre zwischen Kollektor und Einspeisepunkt für das Gewächshaus kein Verlust ist.