Wie alles begann

 „Verehrte Käufer von Demeter-Produkten der Gärtnerei Willmann, Ihr Gemüseanbau ist gefährdet! 70 % der Flächen sollen kurzfristig verkauft werden. Können wir gemeinsam etwas tun? Die Gärtnermeister Gotthart und Ingemarie Willmann pachteten 1952 die Gärtnerei in Vaihingen mit 2ha Land, kleinem Wohnhaus und Glasgewächshaus von Margarete Siegloch. 1967 kamen 5 ha Pachtland dazu.

Die Verkaufsabsicht der 5 ha Pachtland stellte die Gärtner vor die existentielle Frage: Kaufen – woher das Geld nehmen – oder aufgeben? Es drohte der Verlust an Ausbildungsplätzen und für die Verbraucher eine drastische Einschränkung der Belieferung von gesundem Frischgemüse.“

Diese existentielle Not führte tatkräftige Menschen zusammen, die den Verein zur Förderung der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise und die Freie landwirtschaftlich-ökonomische Genossenschaft gründeten. Sie warben mit den Impulsenden biodyn Anbau für die Gesundung der Erde durch Freikauf des Bodens zu sichern,mit Menschen, die an der Erde arbeiten, eine neue soziale Gemeinschaft zu gründen, überbetriebliche Ausbildung einzurichten und Forschung zu fördern.

Nach langem Suchen erfolgte der Kauf von 16,5 ha Land in Ingersheim zum Preis von 1,1 Mio DM. Um die Bodenfruchtbarkeit anzuregen, wurden biologisch-dynamische Präparate und Fruchtfolge eingesetzt sowie Hecken gepflanzt.
Eine großartige Welle solidarischer Hilfe erhielt der Verein an Spenden, Darlehen und aktiver Mithilfe. Der biologisch-dynamisch arbeitender Lehrbetrieb in der Sozialform der Werkgemeinschaft Willmann in Vaihingen und Ingersheim entstand. Praktikanten und Lehrlinge erhielten zusätzlichen Unterricht im biodyn Anbau.

Bau des ersten Gewächshauses mit 3.000 m². Im Holzhaus, einer ehemaligen Baracke der Waldorfschule Pforzheim, finden Küche und der Aufenthaltsraum ihren Platz.

Brunnenbohrung und Geräteschuppen zeigen den weiteren Aufbau.

Die Arbeitshalle mit 400 m² zur marktfertigen Aufbereitung des erntefrischen Gemüses und ein Laden werden gebaut.

Der Verein bildet mit Lehrherren ein Kollegium, das ein überbetriebliches Ausbildungskonzept entwickelt, das allen Praktikanten und Auszubildenden der biologisch-dynamisch arbeitenden Lehrbetriebe offen steht. Bis zu 40 Teilnehmer aus ganz Deutschland nehmen an den drei Mal jährlich stattfindenden Seminaren teil.

Fünf Minuten von der Gärtnerei entfernt erwirbt der Verein für DM 400.000 das Wohnhaus in der Friedrichstraße für Auszubildende, Praktikanten und Gehilfen.

Kauf des seit 1952 gepachteten Anwesens von Margarete Siegloch in Vaihingen auf Rentenbasis.

Der biologisch-dynamische Anbau- und Lehrbetrieb Gärtnerei Berg aus Binzen siedelt aus. Der Verein hilft mit Darlehen und kauft zusätzliche Ackergrundstücke “frei”. Neben reger gemeinsamer Ausbildungsaktivitäten wächst der örtliche Freundeskreis. Mit diesem zeigen wir auf der Landesgartenschau in Weil am Rhein 1999 den Lehr- und Schaugarten: Gärtnern mit dem Mond, Heilpflanzen für den Kompost… Seither wird er von vielen Interessierten auf dem Gelände der Gärtnerei besucht. Mit der Gründung von HeliosTerra e.V. werden die Dreiländer selbständig und übernehmen die Grundstücke des Vereins in eigene Hände.

1993 – Ein Kuhstall für die Ingersheimer Kühe wird eingeweiht.

1998 – Die Gärtnerseminare finden im neuen Gemeinschaftshaus in Ingersheim statt

2004 – Weiterer Landerwerb in Ingersheim: die Thoräcker mit 40,81 ar

2007 – Eigener Strom wird mit der Photovoltaikanlage auf der Blechhalle erzeugt.

2009 – Die Sonne schickt keine Rechnung: Der Betrieb investiert für die Zukunft: Er baut ein großes Glasgewächshaus mit Hackschnitzelheizung und Solarthermie sowie ein Gieß- bzw. Löschteich.

2013 – Nach 40 Jahren ist in Ingersheim ein moderner, zukunftsfähiger Betrieb entstanden. In Vaihingen stehen große Instandhaltungen und Sanierungen an. Unser Hauptanliegen – die Ausbildung – finden Sie dort!

Was haben wir erreicht

Neben der Seminararbeit für Lehrlinge und Praktikanten und verschiedenen Forschungsprojekten wurden vom Verein die folgenden Grundstücke und Gebäude übernommen bzw. erstellt und somit für die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise freigekauft:

1975 8 Flurstücke, insgesamt 16,44 ha in Ingersheim
1982 Bau der Betriebshalle in Ingersheim
1986 Wohngebäude für Lehrlinge, Praktikanten und Gärtner in Ingersheim
1987 Wohnhaus, Scheuer und 2,12 ha Grund in Vaihingen/Kleinglattbach
1997 Halle in Vaihingen/Kleinglattbach
2004 Flurstück “Toräcker” 0,4 ha in Ingersheim

2020 haben wir die Trägerschaft für die Biodynamische Ausbildung im Süden übernommen.

Es gibt noch viel zu tun – wir packen es an. Helfen Sie mit? Es ist wie ein Gegenzug zum Zeitgeschehen: Der Staat prämiert die Bodenstilllegung, die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise erneuert die Fruchtbarkeit der Erde, damit Menschen sich auch zukünftig ernähren können.

Zur Forschung

2006 – 2009 Studie zur Möhrenunverträglichkeit von Säuglingen und Kleinkindern. Ergebnis: Kinder, die Möhren aus konventionellem oder EU-Bio-Möhren aßen weisen darin 100% Unverträglichkeit auf. Bei Möhrengenuss aus biologisch-dynamischem Anbau waren ist nur 22%.

Die langjährige Untersuchung zur Mineralstoffdynamik der biologisch-dynamischen Präparatepflanzen konnte Jürgen Momsen 2009 mit einer Dissertation an der Universität Witten Herdecke abschliessen. Momsen, Jürgen: Gehalt und Dynamik der Mineralstoffe und Spurenelemente im Entwicklungsverlauf von Heilpflanzen.
Kontakt: juergen.momsen@t-online.de

Vorstand und aktive Mitglieder

wir treffen uns regelmäßig, um über alle anstehenden und zukünftigen Themen zu beraten und zu entscheiden.  Treffpunkt ist Pforzheim oder die Gärtnereien in Ingersheim und Vaihingen. Interessenten sind herzlich willkommen mitzuarbeiten.

Antonia Elster
Jahr 2014 habe ich auf einem Biohof in den Bergen Südtirols gearbeitet und danach eine Schreinerlehre im Kreis Stuttgart begonnen.

Seit 2016 bin ich Teil des Vereins und des erweiterten Vorstands.

Barbara Burrer
Im Vorstand des Vereins seit 1979. Dipl.-Betriebswirtin. Langjährige Geschäftsführerin der Klinik Öschelbronn, seit März 2006 im Ruhestand. Dies ermöglicht Raum für aktiven Einsatz: Gesunde Finanzierung, vertrauensvolle Sozialgestaltung und Zukunftsentwicklung im Verein, unseren Mitgliedern und Partnern.

Eberhard Schlecht
Verheiratet, 3 Kinder. 30 Jahre lang war ich weltweit als Dipl. Ing. der Nachrichtentechnik in verschiedenen Funktionen für die Kommunikationstechnik unterwegs. Mit 58 und beginnender Altersteilzeit hatte ich mehr Raum für bisher zu kurz gekommene Interessen wie die Förderung biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise. Im Verein kümmere ich mich um das Organisatorische.

Flora Eisenkolb

Nach der gärtnerischen Ausbildung in Holland kam ich im Jahre 1969 zu der Gärtnerei Willmann in Kleinglattbach. Wenige Jahre später, als Gärtnermeisterin, habe ich den Anfang der neuen Gärtnerei in Ingersheim mitgestaltet: kahle Äcker wurden zu einer Gärtnerei mit Hecken, Gewächshäuser, Holzhaus und Betriebsgebäuden.

Durch das Wachsen der Familie habe ich mich aus der praktischen Gärtnerarbeit gelöst, nur der Unterricht ist bis heute meine Aufgabe geblieben.

Nach der Familienphase war ich in der Beratung der Demeter-Gärtner in Baden‑Württemberg tätig.

Jeroen Meissner
er hält sich bislang bedeckt zu was seine Person angeht (-:

Klaus-Peter Schliffka
Ehemals tätig in der Kanzlei Schliffka, Schliffka & Schwab, vereid. Buchprüfer, Steuerberater, Rechtsanwälte, 75173 Pforzheim. In vielfältiger Weise seit rd. 45 Jahren mit “Demeters” verbunden.

Peter Lüdemann-Ravit
ich bin seit 1978 in verschiedenen Funktionen für den Verein aktiv. Als Jurist – bis zum Ruhestand war ich als Direktor des Amtsgerichts Rastatt tätig – gehören die rechtlichen Fragen zu meinen “Schwerpunkten”. Fast noch mehr liegen mir die Fragen der strukturellen Sozialgestaltung, der Gestaltung von Prozessen von der Problemstellung bis zur Entscheidung und die Dreigliederung sozialer Organismen am Herzen. In diesen Bereichen bin ich auch für eine Reihe anderer anthroposophischer Initiativen aktiv.

Philippe Frintz

Ich bin im Elsaß (Frankreich) auf einem biodynamischen Hof aufgewachsen. Gärtnerausbildung in Frankreich. Freies anthroposophisches Studienjahr in Dornach.

Diverse Tätigkeiten in In- und Ausland. Meisterschule in Hohenheim. Seit 1993 in der Gärtnerei Willmann in Ingersheim tätig.

Rudolf Mehl
verheiratet, sechs inzwischen erwachsene Kinder und viele Pflegekinder. Erlebte unter anderem in meiner Erwerbstätigkeit in der Telekommunikationstechnik, wie sich unser technischer Fortschritt immer weiter von den Grundlagen unseres Lebens entfernt. Diese Grundlagen (zu denen auch die Ernährung gehört) zu pflegen halte ich für entscheidend für unsere Zukunft.

Stefan Bögershausen
Vorstand seit 2020.


Tobias Willmann
Diplom-Ingenieur  für Maschinenbau Hauptberuflich beschäftigt in der Entwicklung beim Automobilzulieferer MAHLE. Engagiert sich im technischen Bereich und im Verein für den elterlichen Familienbetrieb. Hat 2013 Rudolf Mehl im Vorstand abgelöst.